Ich habe ein wenig über Agonitz recherchiert.
Das war bis 1909 oder so der Endbahnhof der 2. Ausbauphase der Steyrtalbahn die von Grünburg nach Agonitz ging.
Mit dem Hammerwerk gab es dort einen guten Kunden. Ich nehme an, deshalb wurde bis Agonitz und nicht nur bis Molln gebaut.
Die 3. Ausbauphase der Steyrtalbahn war dann von Pergern nach Bad Hall und erst in der 4. Phase wurde von Agonitz nach Klaus gebaut. (Spannend auch, dass in genau umgekehrter Reihenfolge die Bahn auch wieder eingestellt wurde).
Es gibt mehrere Pläne zu Agonitz und mehrere einschneidende Umbauten.
Ich habe den Gleisplan und Gebäude von 1909 umgesetzt. Da bestand Agonitz aus 2 Gleisen + Ladegleis mit Rampe und Magazin.
Im Plan von 1909 ist auch ein "Aufnahmsgebäude" neben dem Wartehäuschen eingezeichner. Das dürfte aber nicht umgesetzt worden sein. Die Toilette nehme ich an, wird wie in Unterhaus gewesen sein, von der ich Plan und Bilder habe.
Der Bahnhof Agonitz wurde 1943 aufgelassen und auf das durchgehende Streckengleis reduziert. (zumindest das Ladegleis blieb aber deutlich länger liegen, wie ich auf einem späteren Foto erkennen konnte).
Irgendwann nach 1943 wurde dann die Bundesstraße ausgebaut. Der Schotterweg, der am Foto beim Haus die Gleise kreuzt wurde aufgelassen, Aufnahmsgebäude und Güterschuppen abgetragen. Die neue Straße verläuft ab da (bis heute) direkt an der Stelle, wo früher der Güterschuppen stand.
Spätere Fotos zeigen, dass das Wartehäuschen offenbar Richtung Klaus versetzt/neu aufgebaut wurde.
Sehr interessant, das geht aus den Plänen mit ein klein wenig Phantasie hervor, ist auch, dass die ursprüngliche Straße von Leonstein nach Klaus dort verläuft, wo ich die präsente Schotterstraße gebaut habe (eben Bauzustand 1909). Der kleine Schotterweg der beim Haus die Gleise kreuzt verlief vor der Bahn aber schräg über das Bahnhofsgelände und wurde zum Bahnbau hin verlegt. Zuerst nördlich des Wohnhauses, und 1909 dann an die Stelle wo ich ihn dargestellt habe.
Dieser Weg war zwar durchgehend, aber ein Reitweg/Fußweg niederer Ordnung.
Erst mit dem Ausbau zur Landesstraße (oder ist es eine Bundesstraße?) wurde er aufgewertet. Der heutige Verlauf der Straße über das Bahnhofsgelände entspricht also genau dem uralten Weg, VOR dem Bahnbau.
Die alte Landesstraße (meine Schotterstraße am vorderen Modulrand) wurde später aufgelassen und am im Modul dargestellten Bahnübergang unterbrochen. Den Verlauf erkennt man aber heute noch in den Straßenkarten.
Der Bahnhof (Güterschuppen) befand sich exakt hier an der Stelle des markierten Stoppschildes wo heute der Radweg die Steyrtal-Bundesstraße kreuzt.
https://www.openstreetmap.org/node/4934847550
Hier noch ein Bild von zweien, welches ich als Vorbildstudie zu meinem Modul zur Verfügung hatte mit dem Bauzustand von 1909
